Ping ins All: Warum Satelliten-Internet spürbar hakt

Du klickst auf einen Link, tippst in einem Videocall los oder drückst im Spiel ab – und über eine bestimmte Internetverbindung ist da immer diese winzige Verzögerung. Bei klassischem Satelliten-Internet ist sie nicht nur messbar, sondern richtig spürbar. Der Grund dafür ist keine schlechte Technik, sondern schlicht Physik.

Licht ist schnell – aber nicht unendlich schnell

Wir sind es gewohnt, Lichtgeschwindigkeit mit „sofort“ gleichzusetzen. Über wenige Meter Kabel stimmt das gefühlt auch. Aber sobald die Strecke groß genug wird, fällt selbst bei Lichtgeschwindigkeit ins Gewicht, dass ein Signal überhaupt Zeit zum Reisen braucht. Und im Weltall sind die Strecken alles andere als klein. (Bis zum nächsten Stern benötigt Licht z. B. mehr als 4 Jahre – das ist nicht ohne…)

Der weite Weg zum geostationären Satelliten

Klassische Kommunikationssatelliten stehen im geostationären Orbit – rund 35.786 Kilometer über der Erde. Das ist praktisch, weil so ein Satellit immer über demselben Punkt „steht“. Aber dein Signal muss diese Strecke erst einmal nach oben zurücklegen, dann wieder nach unten – und für die Antwort das Ganze noch einmal. Diese vier langen Wege durchs All summieren sich zu einer Verzögerung, die man beim Surfen, Telefonieren und erst recht beim Spielen deutlich merkt.

LEO: näher dran, schneller da

Moderne Satelliten-Netze wie Starlink gehen deshalb einen anderen Weg. Ihre Satelliten kreisen im niedrigen Erdorbit (LEO), oft in nur wenigen hundert bis rund 2.000 Kilometern Höhe. Der Weg nach oben und zurück ist damit ein Bruchteil dessen zum geostationären Orbit – und genau deshalb fühlt sich diese Art von Satelliten-Internet spürbar flotter an. Die Physik hat sich nicht geändert, nur die Entfernung.

Übrigens: schnelle Leitung ≠ schnelle Antwort

Spannend ist, dass diese Verzögerung nichts damit zu tun hat, wie viele Daten pro Sekunde durch die Leitung passen. Ein Satellitenlink kann eine hohe Datenrate haben und sich trotzdem träge anfühlen. Datenmenge und Signallaufzeit sind zwei völlig verschiedene Dinge – ein Denkfehler, auf den viele hereinfallen.

Neugierig geworden?

Wie groß die Verzögerung genau ausfällt, lässt sich erstaunlich einfach ausrechnen – man braucht dafür nur die Entfernung und die Signalgeschwindigkeit. Genau diese kleine Rechnung, samt der überraschend konkreten Millisekunden für Kupferkabel, Glasfaser und Satellit, gehen wir im Kurs Schritt für Schritt durch. Danach schätzt du Laufzeiten selbst ab – und verstehst auf einen Blick, warum manche Verbindung hakt und manche nicht.

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